Stevia – vom Naturprodukt zum Zusatzstoff

17
Nov
Stevia – vom Naturprodukt zum Zusatzstoff

Die natürliche Stevia Pflanze wurde bereits auf lebensmittellupe.de vorgestellt. Doch wenn wir im Handel den Süßstoff kaufen, sieht dieser alles andere als natürlich aus. Denn aus der einstigen Stevia Pflanze ist ein weißes Pulver geworden, nämlich der Zusatzstoff E960.

Bevor Stevia sich in den Zusatzstoff Steviolglykosid verwandelt, durchläuft die Pflanze einen chemischen Weg. So beschäftigt sich Dr. Udo Kienle bereits seit drei Jahrzehnten mit Stevia. Er erklärt, dass zunächst oft verschiedene Salze, zum Beispiel Aluminiumsalze, verwendet werden, um den Stoff zu reinigen. Desweiteren durchläuft es verschiedene chemische Verfahren, um letztendlich das weiße Pulver, die Steviolglykoside zu gewinnen. Die ursprüngliche Natürlichkeit geht damit verloren.

Die Herstellung der Steviolglykoside besteht grundsätzlich aus sechs Schritten, die teilweise mehrmals wiederholt werden müssen, um letztendlich die entsprechende Reinheit von 95 % sowie den entsprechenden Geschmack zu erreichen:

  1. Zunächst werden die Steviolglykoside und alle anderen Bestandteile aus den Blättern extrahiert. Hier werden alkoholische Lösungen wie zum Beispiel Ethanol (bis zu 70%) verwendet
  2. Fällung durch Salzen, hierbei werden Stoffe wie Calciumhydroxid oder Aluminiumsulfat verwendet
  3. Da das Endprodukt letztendlich eine andere Farbe haben wird ist eine Entfärbung nötig, hierbei werden Absorberharze verwendet
  4. Die Lösung mit den Steviolglykosiden wird aufkonzentriert und wenn nötig auch getrocknet
  5. Zu guter Letzt werden aus alkoholischen Lösungen die Steviolglykoside kristallisiert. Dies muss so oft wiederholt werden bis eine Reinheit von 95 % erreicht wurde.
  6. Anschließend wird das Steviolgklykosid wieder gelöst, getrocknet und Lösungsmittelrückstände entfernt

 

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