Lieblingsfisch der Deutschen – ein Umweltproblem

13
Nov
Lieblingsfisch der Deutschen – ein Umweltproblem

Dass der Lachs der Lieblingsfisch der Deutschen sein soll, kann ich gut verstehen, auch wir kaufen ihn nicht gerade selten. Er kommt in den verschiedensten Varianten auf unseren Teller: geräuchert, graved, frisch oder als Stremel Lachs. Allein bei dem Gedanken, würde ich mir am liebsten gleich morgen mal wieder Tagliatelle al Salmone machen. Aber, ob mir nach meiner heutigen Recherche noch der Appetit danach steht, das werdet ihr nur heraus finden, wenn ihr den Artikel weiterlest.

Die unterschiedlichen Lachsarten

  • Atlantischer Wildlachs (Salmo salar): ein vom Aussterben bedrohter, atlantischer Wildlachs. Fischexperten raten auf ihn zu verzichten
  • Atlantischer Zuchtlachs (Salmo salar): wird beispielsweise in Norwegen und Chile in Aquakulturen gezüchtet
  • pazifische Lachsarten (Oncorhynchus): sind eher unbedenkliche Alternativen und kommen meist aus Alaska und Kanada. Sie stehen auf der grünen Liste des WWF und werden bislang kaum gezüchtet, da es noch natürliche Vorkommen gibt

 

Okay, ich brauche meine Augen nicht verschließen, der Zuchtlachs ist wahrscheinlich der Fisch, der am häufigsten in meinem Magen landet.

Was bedeutet eigentlich Aquakultur?

Ich finde im ersten Moment klingt das gar nicht so negativ. Die Defintion dafür würde ungefähr so lauten:

„eine kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebs und Algen“

Das größte Problem einer Aquafarm sind die riesigen Mengen an Kot und Futterresten, die in das Wasser gelangen, damit werden weite Teile der Umgebung schlichtweg verseucht. Desweiteren können die Zuchtfische vereinzelt aus ihren Farmen „fliehen“ und die natürliche Nahrungskette durcheinanderbringen, Krankheiten auf Wildlachse übertragen und sich auch mit ihnen fortpflanzen.

Wie wird dieser Zuchtlachs ernährt?

Man benötigt 4 Kilo Fisch (zu meist aus Wildfang), um ein Kilo Zuchtlachs zu produzieren, sowie eine Handvoll Antibiotika, eine Prise Pilzschutzmittel und ein Esslöffel Carotinoid. Das Carotinoid sorgt für die wunderschöne Farbe des Fleischs, der Verbraucher soll nämlich glauben, dass der Lachs, genauso wie der Wildlachs, seine Farbe durch seine natürliche Nahrung (Krabben und Krebse) bekommen hat. Erinnert mich grad an die Flamingos im Nürnberger Zoo, die werden bestimmt auch nur gefärbt.

 Was ist denn überhaupt gut an einer Aquakultur?

Schwer zu sagen, manche Menschen behaupten, dass durch Aquakulturen endlich die Weltmeere entlastet werden und der Fischbestand wieder zunehmen würde. Dies würde sich nicht nur positiv auf die Umwelt auswirken, sondern auch auf die Mägen armer hungriger Fischer füllen.

Da stimmt doch was nicht, wie soll das gehn, wenn wir den Fischern die anderen Fische weg nehmen, damit wir unseren Lachs füttern können? Von was sollen die Fischer denn dann satt werden?

Was soll ich jetzt machen?

Wieder heißt es also, Nicurious, verlass dich mal lieber auf deinen Instinkt. Sag „Ja!“ zu Fisch, denn er ist gesund und eine gute Alternative zu Fleisch. Aber, sei dir bewusst, wo er her kommt und was er mit sich bringen kann. Eine kleine Hilfe bietet Greenpeace. Sie haben einen kleinen Fischratgeber erstellt, er kann bei deinem nächsten Fischkauf helfen. Hier kann man sich den Ratgeber herunterladen.
Ich für meinen Teil werde den Lachsverzehr reduzieren und morgen Falafel kochen.

 

 

 

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