Bio-Siegel im Überblick

12
Nov
Bio-Siegel im Überblick

Bio-Siegel

Das sechseckige, grün-schwarz-weiße Symbol wurde im September 2001 als Orientierungshilfe für die Verbraucher eingeführt. Das Bio-Siegel soll EU-weit einheitliche Standards für den ökologischen Landbau garantieren. Die EG-Öko-Verordnung besagt: Bio-Lebensmittel müssen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. Es darf keine Gentechnik, kein chemisch-synthetischer Pflanzenschutz und kein Mineraldünger verwendet werden. Die Verordnung besagt einen „weitgehenden Verzicht“ auf Antibiotika, Zukauf von Futter in großen Mengen hingegen erlaubt sie. Dadurch kommen Großhändler ins Spiel, die Lieferketten werden länger und weniger transparent. Biobetriebe werden in Deutschland von staatlich zugelassenen privaten Kontrollstellen überprüft. Gleiches gilt für Demeter, Bioland und Naturland.

EU-Biosiegel

Im Juli 2010 wurde ein EU-weit verbindliches Bio-Siegel eingeführt. Inhaltlich ändert das Logo nichts, das neue Siegel steht für die gleichen Kriterien wie das sechseckige deutsche Bio-Siegel. Neben dem EU-Logo können auf dem jeweiligen Produkt weiter nationale Logos wie das deutsche Bio-Siegel verwendet werden, aber auch regionale oder private Logos wie die von Anbauverbänden wie Demeter oder Bioland. Das neue EU-Logo ist verpflichtend.

Demeter

Das Demeter-Siegel garantiert eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise nach strengen Regeln, die über die EG-Öko-Verordnung hinausgehen. Demeter-Bauern betrachten ihren Hof als „lebendigen, einzigartigen Organismus“. Sie beziehen sich damit auf die anthroposophische Lehre Rudolf Steiners. Alle Teilbereiche des Hofes müssen nach dem „Demeter“-Prinzip wirtschaften. Saatgut und Futter für die Tiere müssen also auf dem eigenen Hof gezüchtet und angebaut werden.

Tricks mit Bio-Siegel

Bioland

Gärtner, Landwirte, Winzer, Obsterzeuger, Imker und Hersteller müssen nach den Bioland-Richtlinien arbeiten, die über die EG-Öko-Verordnung hinausgehen. Der Anbauverband setzt besonders auf die Regionalität der Produkte. Häufig werden die Produkte direkt von den Landwirten an die Kunden verkauft, etwa in Bioläden, Wochenmärkten oder Reformhäusern. Bei allen Bauern wirtschaftet der gesamte Betrieb ökologisch und verwendet nur Saatgut aus ökologischem Anbau. Bioland-Betriebe dürfen keinen konventionellen Anbau parallel betreiben. Außerdem dürfen keine synthetischen Pestizide und chemisch-synthetische Stickstoffdünger eingesetzt werden. Die Verwendung von Herbiziden ist ebenfalls verboten. Bioland legt Wert auf artgerechte Tierhaltung. Mindestens die Hälfte des Futters muss vom eigenen Hof kommen.

Naturland

Der Naturland-Verband für ökologischen Landbau e. V., kurz „Naturland“, hat sich mit dem Ziel gegründet den ökologischen Landbau weltweit zu fördern. Grundsätzlich orientiert sich „Naturland“ an den Regeln von Bioland, vergibt sein Siegel aber auch für ökologischen Waldnutzung und Ökoaquakulturen (Fische, Krebse und Algen), ökologische Waldnutzung und Textilien.

Bio-Handelsmarken der Supermarktketten

Auch alle großen Supermarktketten in Deutschland haben mittlerweile eigene Biomarken etabliert – nach Untersuchungen von „Öko“-Test halten auch diese Lebensmittel größtenteils, was sie versprechen. Dass die Märkte günstigere Preise haben als der kleine Naturkostladen, liegt vor allem an ihrer effizienteren Logistik.

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